Peter Wellner Fotografie und mehr
Biografie

Fotografie - (m)eine Leidenschaft

Meine analoge Ära

Anlässlich eines Nordseeurlaubs bekam ich 1975 von meinen Eltern eine Kodak Instamatic geschenkt. Sie benötigte einen 126er Kassettenfilm und besaß ein Objektiv aus Kunststoff. Einfach zielen und abdrücken, schon war ein sehr weichgezeichnetes Schwarzweißbild im Kasten.

Die Kodak Instamatic wurde schnell durch eine Polaroid-Sofortbildkamera abgelöst. Bei dieser damals hochmodernen Kamera entfiel endlich das Warten auf den Umschlag mit den Fotoabzügen. Allerdings erkaufte man sich den Vorteil des Sofortbildes mit einem entscheidenden Nachteil: Die Filme waren richtig teuer! Sie waren für mich als Schüler so teuer, dass ich schnell den Spaß am "anvisieren - auslösen - Bild herausziehen - das Bild nach einer kleinen Weile vom Trägermaterial abziehen - staunen" verlor. Naja, die Bildqualität der Schwarzweißbilder war auch eher schlecht. Von Polaroid-Farbfilmen konnte ich sowieso nur träumen, da sie für einen Schüler unerschwinglich waren und auch nicht in meine Kamera passten.


Kodak Instamatic 50
Baujahr 1963 bis 1966

Beim Kauf einer Polaroid EE22 Sofortbildkamera
1976 in Wattenscheid

Minox 35ML
Baujahr 1985 bis 1996

Irgendwann gewannen andere Prioritäten die Oberhand. Mopeds und Mädels, später auch Abitur und Ausbildung führten dazu, dass das Interesse an der Fotografie erlosch.

1985 passierte es wieder! Ich erwarb eine kleine aber feine Minox 35ML. Der Anstoß war ein Rucksack-Urlaub auf Kreta. Meine Mitreisenden hatten fast alle eine Kamera dabei. Ich sah viele wunderschöne Motive, konnte sie aber nicht im Bild festhalten. Tja, Pech gehabt!
Ein Fotohändler empfahl mir eine Minox 35ML. Die kleinen 35-er Minox waren durch ihre sehr guten Objektive uneingeschränkt "diatauglich"! Ich verbrauchte etliche Farb-Diafilme (meist Fujichrome) und freute mich immer, die bunten Diastreifen bei der Abholung im Fotoladen auf dem Durchlichttisch betrachten zu können.

Es war so um 1986, als der Wunsch nach mehr aufkam: Mehr Kamera, mehr Variabilität in der Brennweite, mehr Möglichkeiten. Das war der Einstieg in die Spiegelreflex-Fotografie. Ich weiß nicht genau, welche Spiegelreflexkamera meine Erste war, aber auf die Erste folgten schnell andere. Da waren eine Chinon CP5, Praktika MTL5B, Nikon F301, Nikon FA, Nikon FE und viele mehr.
Ich beging also genau den Fehler, den viele Hobbyfotografen begehen:

Ich war der Meinung, dass mit jeder "besseren" Kamera automatisch meine Bilder besser würden!

Ein teurer Fehler, den ich damals aber nicht eingesehen habe. Dazu später mehr.
Meine damalige Traumkamera war übrigens eine Nikon F3HP, eine unbezahlbare Schönheit. Auch heute noch erwische ich mich dabei, im Internet nach einem gut erhaltenen Model Ausschau zu halten.

Irgendwann kamen dann die ersten Autofokus-Spiegelreflexkameras auf den Markt. Zunächst waren alle selbsternannten "Fachleute" der Meinung, dass sich so ein Unfug niemals durchsetzen würde (war das bei den ersten "Kamerahandys" nicht auch so?). Klar, der AF war langsam und die Trefferquote war eher mäßig. Aber die Industrie entwickelte immer bessere AF-Sensoren und Prozessoren. Irgendwann wurde dann der Stangenantrieb, mit dem der Fokusmechanismus im Objektiv durch einen Motor in der Kamera betätigt wurde, durch Motoren in den Objektiven ersetzt. Meine Kameras aus der Zeit waren eine Nikon F801s, Nikon F90x und die damals revolutionäre Canon EOS 620. In dieser 600-Serie brach Canon mit der Tradition des FD-Bajonetts und verbaute den neuen EF-Mount.


Nikon F801s
Baujahr 1991 bis 1994

Ko Samui, Thailand 1995
Nikon F90x, Tokina AT-X Pro II 28-70 mm f/2.6-2.8
Diascan mit Epson Perfection V850 Pro + Silverfast

Nikon F90x
Baujahr 1994 bis ca. 1999

Mit den beiden Nikon habe ich mehrfach Reisen durch Thailand unternommen und viele Diafilme belichtet. Als Objektive habe ich damals ausschließlich Zoomobjektive benutzt. Festbrennweiten waren irgendwie nicht mein Ding und Zoomobjektive machten auch viel mehr her. Immerhin waren die Bilder so gut, dass ich sie für Diavorträge einsetzen konnte.

Meine digitale Ära

Mein Einstieg in die Digitalfotografie began 2001 mit dem Kauf einer Minolta Dimage 7 für aberwitzge 1500€. Diese Bridgekamera besaß ein 28 bis 200 mm (35mm-äquivalent) Objektiv, durch das das Licht auf den damals revolutionären 5,2 Megapixel-Sensor fiel. Nun, damals war man der Meinung, dass eine Digitalkamera niemals ein Bild mit der Auflösung und dem Kontrastumfang eines Dias machen könne. Das mit der Auflösung ist ja bereits widerlegt, die Aussage zum Kontrastumfang hat auch heute leider noch Bestand.

Auf die Minolta Dimage folgten 2005 eine Canon EOS 20D und 2006 eine Canon EOS 30D. Diese digitalen APS-C Spiegelreflexkameras (ich nenne sie ab jetzt DSLR) boten das gewohnte Feeling einer analogen Spiegelreflexkamera, jedoch mit besserem Autofokus und natürlich den Möglichkeiten, Wechselobjektive zu benutzen. Parallel dazu verwendete ich auf Reisen Reisen durch Thailand, Costa Rica, u.s.w. eine Panasonic LX-3. Diese Edelkompakte lieferte hervorragende Bildergebnisse! Nachdem die EOS 30D 2012 in Thailand einer Ameisenbande zum Opfer fiel -es hatten sich Ameisen zwischen Prisma und Mattscheibe "verlaufen",die die Elektronik lahmlegten, stieg ich auf eine Pentax K-5 um. Dank des "alten" K-Bajonetts ließen sich problemlos alte Objektive adaptieren. Aber auch die wassergeschützten Pentax-Objektive der "Limited-Serie" waren hervorragend und überlebten zusammen mit der abgedichteten K-5 den ein oder anderen Regenschauer.


Canon EOS 20D
Auflösung 8,2 MP
Baujahr 2004 bis 2006

Bangkok, Thailand 2007
Canon EOS 30D
EF-S 17-85mm IS USM

Pentax K-5
Auflösung 16,3 MP
Baujahr 2010 bis 2012

2012 brachte Sony die NEX-6, eine spiegellose APS-C Systemkamera, auf den Markt. Sie war kleiner, leichter und flinker als eine DSLR. Die Bildqualität war einfach Klasse, ich nutzte sie mit einem von Leica-M auf Sony-E adaptierten Zeiss Elmar-C 90mm f4.0 und zwei Sigma- Festbrennweiten. Gruselig war allerdings die Menuesteuerung der Nex-6. Ja, das hat mir letztlich den Spaß an der Kamera verdorben. Ich brauche Knöpfe an den Kameras und hasse verschachtelte Menuestrukturen!

Mittlerweile bot der Markt auch bezahlbare Vollformat-DSLRs an. Über eine Nikon D600, die mit diversen Fehlern glänzte, kam ich zur D610. Es war wieder der Glaube, dass eine bessere Kamera automatisch bessere Fotos macht. Das mag für die technische Seite stimmen, aber meines Wissens wurde noch keine Kamera mit "Motivklingel" entwickelt. Nun gut, Vollformat-Portraits mit der D610 und dem AF-S Nikkor 85 mm f1,8G hatten tatsächlich den sagenumwogenen Vollformat-Look. Landschafts- und Streetfotos unterschieden sich technisch aber nicht signifikant von denen einer APS-C Kamera. Leider litt auch die D610 unter diversen Problemen, wie z.B. Ölflecken auf dem Sensor. 2014 hatte ich dann genug davon und kaufte eine der ersten auf dem Markt erhältlichen Nikon D750.
Damit teilte ich das Schicksal vieler "Early Adopter", die Kamera musste zum ausbessern der Kinderkrankheiten zum Nikon-Service nach Düsseldorf. Dort wurden Probleme mit dem Backfokus und mit dem AF-Modul auf Garantie behoben. An dieser Stelle muss ich den hervorragenden Service von Nikon in Düsseldorf betonen! Die Kamera begleitete mich auf einigen Reisen durch Schweden und Thailand. Leider störte mich das Gewicht der Ausrüstung, zumal ich gerade in Thailand immer mit dem Motorrad unterwegs war.
Im allerhintersten Winkel meiner Knipserseele keimte immer öfter die Frage auf, ob eine große Vollformat-DSLR wirklich so viel bessere Bilder macht, als eine kompakte spiegellose APS-C Systemkamera. Dabei blickte ich wehmütig auf die Bilder der Sony Nex-6 mit dem Leitz Objektiv zurück. Verstärkt wurden die Zweifel noch durch meinen lieben Arbeitskollegen Peter, der mit einer Ricoh GXR und adaptierten Voigtländer Objektiven atemberaubende Fotos machte. Die Zweifel wurden immer größer.

Als Peter mir sein neues Kamerasystem zeigte, war es um mich geschehen! Er besaß eine Fujifilm X-T20 und eine X-E2s, die später durch eine X-Pro2 ersetzt wurde, und einige Fuji-Festbrennweiten. Die Fujis begeisterten mich, sie besaßen Einstellknöpfe, waren einfach und flexibel zu bedienen und die Bildqualität mit den Fuji-Objektiven war über jeden Zweifel erhaben. Ich verkaufte mein komplettes Vollformat-Equipment und legte mir eine Fuji X-T2 zu. Diese zeichnete sich gegenüber der X-T20 durch Wetterfestigkeit aus. Da ich immer noch gerne reise, ist mir dieses Argument sehr wichtig. Und erstmals in meiner Knipserkarriere geschah das Unglaubliche:

Das breite Grinsen des Fotografen hinter der Kamera überträgt sich auf die Personen vor der Kamera!

Das Fotografieren mit der Fuji machte so viel Spaß, dass man das den Bildern auch ansah. Und erstmals verkaufte ich ein zugegebenermaßen sehr gutes Zoom-Kitobjektiv und legte mir gezielt verschiedene Festbrennweiten zu. Wow, was eine Bildqualität diese ablieferten!!! Und das ganze Equipment passte dazu noch in eine kleine Umhängetasche. Wahnsinn!

Meine Einsicht

Peter zeigte mir immer wieder Fotos, die er im Urlaub, auf Hochzeiten, oder während anderen Shootings gemacht hatte. Diese unterschieden sich grundlegend von meinen Fotos: Sie waren besser! Besser nicht im Sinne von "technisch besser", es passte in seinen Bildern einfach alles, Bildaufbau, Bildaussage, einfach alles.

In mir reifte (endlich) die Erkenntnis, dass mehr als eine gute Kamera dazu gehört, um ein tolles Bild zu machen.

Leider ist mir der fotografische Blick nicht in die Wiege gelegt. Ich sehe die Defizite in meinen Bildern und suche nach den Ursachen. Peter steht mir zum Glück immer mit Rat und Tat zur Seite. Er empfahl mir auch Tutorials verschiedener Youtuber wie z.B. Stefan Wiesner, Krolop & Gerst und vielen anderen. Ich bildete mich regelrecht fort, schaute Tutorials, u.s.w.. Ich war nun auch nicht mehr mit den JPGs aus der Kamera zufrieden, sondern nutzte Adobe Lightroom und später Capture One von Phase One zur RAW-Bearbeitung und Entwicklung. Trotz steil verlaufender Lernkurve bin ich sehr oft nicht mit meinen Bildern zufrieden. Aber immerhin erkenne ich die Fehler und versuche sie beim nächsten Shooting zu vermeiden.


Vorbereitung eines Koch-Shootings in Khanom, Thailand 2020
mit Fuji X-T3, 23mm f2.0, Godox AD200, 60cm Softbox

Beim Shooting am Sametchun-Wasserfall in Khanom, Thailand 2020
mit Fuji X-T3, 35mm f1.4

Hochzeits-Paarshooting
mit Fuji X-T4 und 50mm f2.0, Godox AD200, 90 cm Softbox

Peter schüttelte immer den Kopf, wenn es um das Blitzen ging. Während ich noch mit Aufsteckblitzen von Godox im TTL-Modus unterwegs war, perfektionierte er das entfesselte Blitzen. Natürlich führten seine Bilder und seine Erklärungen irgendwann dazu, dass ich mich auch daran versuchte. Erst mit den Aufsteckblitzen und Durchlichtschirmen, später und jetzt mit 2 Godox AD200(pro) und Softboxen. Unglaublich, wie man mit Licht spielen und gestalten kann! Ich bekam plötzlich Anfragen aus dem Bekanntenkreis. Mal waren es Bewerbungsfotos, mal Portraits für eine Website. 2020 war es dann so weit. Mitten in der Corona-Krise durfte ich unter strengen gesundheitlichen Auflagen mein erstes Hochzeitsshooting machen. Mir zitterten die Knie mindestens so wie dem Brautpaar. Aber es wurde super, es hat unglaublich Spaß gemacht und hat mich auch wieder ein Stück vorangebracht.

Mittlerweile nutze ich mehrere Fuji-Gehäuse, vorwiegend mit Festbrennweiten. Peter stand vor der Entscheidung, seine X-T20 und X-Pro2 durch die neue X-Pro3 zu ersetzen. Er hat sich letztlich für einen Systemwechsel zur Sony A7RIII entschieden. Ich werde aber beim Fuji-System bleiben und vor allem an meinen Fähigkeiten arbeiten. Da gibts noch viel unentdecktes Land.....

Rechtliches


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Peter Wellner 2020
Letzte Aktualisierung 07/2020